Kennt noch jemand das Pop-Duo Some & Any? Nein?! Das ist auch nicht schlimm, zeigt aber, dass schneller Erfolg nicht langfristig anhalten muss. Während bei der achten Staffel der Pro7-Castingshow Popstars nämlich Some & Any 2009 gewonnen hat, wurde eine gewisse Elif Demirezer "nur" zweite. Ihr nun erschienenes Debüt-Album "Unter meiner Haut" weist aber den Weg zu deutlich längerem Erfolg, als ihn Some & Any hatten.

"Ich find es toll, dass Ihr so am Start seid und die Tracks kaufen wollt! Ich mag sie Euch aber trotzdem lieber schenken", schrieb Sängerin Lary kürzlich auf Facebook und veröffentlichte daraufhin eine kostenfreie EP zum Download. Und die macht noch viel, viel mehr Lust auf den ersten Longplayer der Halbjamaikanerin aus dem Ruhrpott.

Wer kennt die Sängerin Kaye-Ree? Wohl bislang nur wenige - leider. Die Frankfurterin mit persisch-deutschen Wurzeln veröffentlichte jetzt mit "New Air" ihr bereits zweites Album, das mit seiner Mischung aus Pop, Soul, R&B und Folk ein echtes Ereignis mit Ohrwurmqualitäten ist.

"Einzige Mucke, bei der man das, was man sagt auch verkörpern muss", zitiert sich Rapper Megaloh zu Beginn seines neuen Albums gleich selbst. Danach folgt ein Sample der glorreichen Stieber Twins: "Ich weiß, das was ich weiß, das weiß ich. Rap ohne Weitsicht? Uuuh, ich weiß nicht." Und so ist nach wenigen Sekunden klar, was Megaloh auf 15 Tracks vor hat - ehrliche Musik machen und die Brücke von der goldenen Rap-Ära der 1990er zum Heute schlagen. Und der Plan geht auf!

Ein Album von Bushido, das man wohl zu den deutschen Rap-Klassikern zählen darf, heißt "Vom Bordstein bis zur Skyline". Das sollte bedeuten: Der Berliner Rapper kommt aus dem Ghetto und schafft es an die Spitze! Während Bushido dank grandiosem Marketing bereits Millionär ist, könnte Ruhrpott-Rapper Fard sein Album nun so nennen, wie der Berliner vor einigen Jahren. Mittlerweile erschien Fards drittes reguläres Album und beweist, dass die HipHop-Kultur immer noch Sprachrohr für diejenigen ist, die sonst keine Lobby haben.

2001 verzauberte Soulsängerin Alicia Keys mit ihrem Hit "Fallin'" die Welt, ihr Debütalbum "Songs in a Minor" wurde ihr Durchbruch. Dann brachte es die Künstlerin zwei Jahre darauf fertig, mit ihrem nächsten Album ihr erstes sogar zu toppen. Nun, anno 2012, erschien ihr fünftes Studioalbum, nachdem die beiden davor leider enttäuschten.

Moses Pelham ist ein Phänomen: Er gehört zu denjenigen, die Deutschrap entscheidend geprägt haben, hat Stars wie Sabrina Setlur, Cassandra Steen und Xavier Naidoo entdeckt, hat mit dem Mannheimer Sänger deutschsprachigen R&B quasi aus der Taufe gehoben und ist dennoch der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. Das mag auch daran liegen, dass Solo-Werke des Frankfurters rar sind - leider, wie "Geteiltes Leid 3" beweist.

Xavier Naidoo und Kool Savas nehmen ein gemeinsames Album auf. Wenn das nicht aufhorchen lässt, was dann? Schließlich gehören der Mannheimer Sänger und der Berliner Rapper zu den jeweils Besten ihres Faches. Doch vorsicht: In den USA war ein ähnliches Projekt namens "Best of both Worlds" von Sänger R. Kelly und Rapper Jay-Z hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Als 1997 die Freundeskreis-Single "A-N-N-A" zum zweiten Mal veröffentlicht wurde und dann endlich einschlug wie eine Bombe, wurde Rapper Max Herre schlagartig zum Star. Es folgte ein weiteres Album mit dem Freundeskreis, danach war Funkstille. Herre verlegte sich aufs produzieren - unter anderem für seine Frau Joy Denalane - und kam erst Jahre später mit einem eigenen Soloalbum zurück. Jetzt erschien sein dritter Longplayer und der ist mehr Rap als man erwarten durfte.

Sieben Jahre nach seinem bis dahin letzten und satte zehn Jahre nach seinem damals noch gerappten Debüt-Album liegt jetzt der dritte Longplayer von Chima vor. Ähnlich wie schon 2005 schafft der Frankfurter Sänger dabei einen ganz eigenen Musikstil und bringt auf 13 Anspielstationen auch an verregneten Tagen Sommerlaune an die Hörer.