Batman gegen Superman - ein Kampf zweier Comic- und Filmikonen. Regisseur Zack Snyder bringt die beiden Superhelden aus Gotham City und Metropolis nun erstmals gemeinsam auf die Kinoleinwand - in "Batman V Superman: Dawn of Justice". Den ganz großen Auftritt hat aber eine Frau.

Marvel hat es mit Iron Man, Captain America, Thor und Hulk bereits vorgemacht: All diese Comic-Helden waren bereits auf der Leinwand zu sehen und schlossen sich schon zu den Avengers zusammen. Nun möchte Konkurrent DC Comics das gleiche machen und ebenfalls Milliarden Dollar damit verdienen. 2013 kam der Superman-Solofilm "Man of Steel" in die Kinos (meine Rezension ist hier nachzulesen), nun werden weitere Helden in das Filmuniversum eingeführt: Batman und Wonder Woman sind in "Dawn of Justice" zu sehen und dieser Film stellt den eigentlichen Startpunkt des DC Cinematic Universe dar.

Dabei geht Regisseur Snyder sehr geschickt vor. "Dawn of Justice" beginnt chronologisch während des großen Showdowns von "Man of Steel". Superman (Henry Cavill) kämpft gegen General Zod und dabei richten sie in Metropolis große Zerstörung an - Erinnerungen an den 11. September 2001 sind offensichtlich, als in Folge des Kampfes ein Bürohochhaus von Bruce Wayne (Ben Affleck) zerstört wird. Der Unternehmer ist vor Ort und muss mit ansehen, wie hunderte seiner Mitarbeiter ihr Leben verlieren. Damit ist der erste Schritt zum Zwist zwischen Superman und Bruce Waynes Alterego Batman gemacht.

In den folgenden Monaten wird Superman von den Menschen wie ein Gott verehrt. Regisseur Snyder, der bereits mit "Watchmen" und "300" sein visuelles Talent bewies, findet dafür immer wieder großartige, poetische Bilder. Bruce Wayne ist diese Verehrung aber ein Dorn im Auge, schließlich hat dieser Außerirdische - und nichts anderes ist Superman schließlich - die Macht, die Menschheit zu vernichten. "Gotham City zeigt es: Niemand ist sich hier treu geblieben", sagt Bruce Wayne irgendwann zu seinem Butler Alfred (Jeremy Irons) und drückt damit die Sorge aus, Superman könnte sich vom Guten zum Bösen wandeln. Diese Meinung wird durch eine Intrige des Industriellen Lex Luthor (Jesse Eisenberg) nur noch bestärkt, sodass es irgendwann zum Kampf des Dunklen Ritters gegen den Mann aus Stahl kommt.

Dieser tatsächliche Kampf fällt am Ende relativ kurz aus, dafür wird der Weg dorthin sehr ausführlich gezeigt. Regisseur Snyder gelingt es dabei aber immer wieder, zur richtigen Zeit das Tempo anzuziehen und (grandiose) Action zu liefern. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Fragen, ob Helden tatsächlich immer nur gut sind, inwieweit Macht unschuldig ist und ob das, was Superman und Batman machen, Selbstjustiz und demokratieschädlich ist, kommen dabei allerdings viel zu kurz. Während Regisseur Christopher Nolan sich mit seinen Batman-Filmen, der Dark-Knight-Trilogie, noch inhaltlich mit tiefgreifenderen Fragen befasst hat, geht es Snyder mehr um Action, auch wenn "Batman V Superman" in Sachen Düsternis den Nolan-Filmen in nichts nachsteht.

Deutlich am besten versteht es Jesse Eisenberg ("The Social Network") dem Charakter des Lex Luthor Tiefe zu verleihen, indem er ihn als eine Mischung zwischen Mark Zuckerberg und verrücktem Professor darstellt. Henry Cavill ("The Tudors", "Codename: U.N.C.L.E.") spielt Superman erneut durchschnittlich bis gut und Ben Affleck, der einen Shitstorm über sich ergehen lassen musste, als bekannt wurde, dass er Batman spielen wird, dürfte seine Kritiker nun zum Verstummen bringen. Er ist und bleibt ein deutlich besserer Regisseur als Schauspieler, hat als Bruce Wayne und Batman aber eine gute Präsenz und vermag es, dem gealterten und verbitterten Helden eine ganz andere Facette abzugewinnen, als es Christian Bale vor ihm in den Nolan-Filmen tat.

Gal Gadot ("Fast and the Furious", "Knight and Day") allerdings stiehlt sowohl Cavill als auch Affleck die Show. Die israelische Schauspielerin verkörpert Wonder Woman, die einen relativ kleinen, aber dafür effektvollen Auftritt hat. Endlich gibt es in den vielen, vielen Superhelden-Filmen auch mal eine starke weibliche Figur, der zugetraut wird, einen Solo-Film (kommerziell) erfolgreich zu bestreiten. Auf "Wonder Woman" 2017 kann man sich nach diesem Auftritt in "Batman V Superman: Dawn of Justice" auf jeden Fall freuen.

Aber auch auf Solo-Filme weiterer DC-Helden wie Cyborg, Aquaman und The Flash können Comic- und Kinofans hinfiebern. Sie alle sind auch in "Dawn of Justice" zu sehen - sehr kurz zwar, aber die kleinen Teaser für weitere Filme aus diesem Universum sind geschickt in die Handlung eingeflochten und zeigen dadurch einmal mehr: "Batman V Superman: Dawn of Justice" ist visuell vielversprechendes Action-Kino und der Auftakt zu einem neuen, düsteren Film-Universum.

Von Stephan Voigt

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