Das Marvel Cinematic Universe hat bereits so viele Superhelden zu bieten, dennoch kommen immer neue hinzu. Jetzt wird das Kino-Universum des Comic-Verlags um Doctor Strange, verkörpert vom großartigen Benedict Cumberbatch, erweitert. Und schon wieder gelingt Marvel ein Hit!

Kevin Feige, Produzent und Kopf hinter den Marvel-Verfilmungen, scheint tatsächlich alles zu gelingen: Superhelden wie Iron Man, Captain America und Thor sind mit ihren Solo-Filmen und gemeinsam als Team namens Avengers bereits echte Kassenschlager und auch die immer neuen Filme um Ant-Man, die Guardians of the Galaxy und nun eben Doctor Strange werden Hits. Die Idee, die jeweiligen Filme aufeinander aufbauen zu lassen, sie zwar eigenständig verständlich zu halten, auf einer zweiten Ebene aber eine viel größere Geschichte zu erzählen, ist einfach genial. Die Zuschauer wollen wissen, wie es im Marvel-Universum weitergeht und sehen sich Film um Film um Film an.

Dabei bestehen die Filme zwar immer aus einem ähnlichen Rezept - Comic-Held als Hauptfigur, gepaart mit viel Action, großartigen Special Effects und einer guten Portion Humor und Selbstironie -, sind aber dennoch jeder für sich sehr gut gemacht. Mit Darstellern wie Robert Downey Jr. (als Iron Man), Mark Ruffalo (als Hulk), Scarlett Johansson (als Black Widow), Josh Brolin (als Oberschurke Thanos) und nun Benedict Cumberbatch als Doctor Strange kann Marvel auf erstklassige Akteure zurückgreifen. Das fällt besonders bei diesem jüngsten Werk auf, in dem neben Cumberbatch auch Chiwetel Ejiofor, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton und Rachel McAdams zu sehen sind. Mehr Klasse geht kaum.

Da Doctor Strange bisher im Marvel Cinematic Universe nicht auftauchte, muss der Held zunächst eingeführt werden - inklusive einer ganz neuen Facette, die bislang auch noch nicht Teil des Film-Universums war: Zauberei. Damit einher geht, dass der 115-Minüter ein paar Längen hat, besonders als Strange sich langsam mit der Zauberei anzufreunden scheint. Denn eigentlich ist Stephen Strange ein durch und durch rationaler Mensch, ein gefeierter Neurochirurg, dem niemand das Wasser reichen kann. Seine Hände sind dabei sein Kapital, die werden aber in Folge eines schweren Autounfalls unbrauchbar. Auf der Suche nach Heilung geht er nach Nepal und trifft dort auf eine Gemeinschaft rund um The Ancient One (Tilda Swinton). Sie heilt ihn nicht, führt ihn aber in die Welt der Zauberei ein, zeigt ihm Paralleluniversen und Dinge, die sich niemand vorstellen kann - beeindruckend visualisiert mit Special Effetcs, die an Christopher Nolans "Inception" erinnern.

Während seiner Ausbildung lernt Doctor Strange auch, dass die Gemeinschaft um The Ancient One die Welt stets vor bösen Mächten schützt, die irgendwo zwischen Raum und Zeit in Paralleluniversen existieren. Natürlich wird der Schüler sehr bald in diesen Kampf hineingezogen und somit zum Superhelden, muss sich gegen den bösen Kaecilius (Mads Mikkelsen) erwehren, der die Welt in eine dunkle Dimension führen will, wo, so sein Versprechen, wir alle ewig leben werden. Und dafür geht Kaecilius über Leichen und erkennt nicht, dass sein Ziel kein Glück, sondern der Untergang allen Seins ist.

Das ist vom Plot her recht dünn, macht aber dennoch Spaß. Schließlich lernen Marvel-Fans einen neuen Helden kennen und die Special Effects sind schlicht atemberaubend, wenn Häuser sich verformen, ganze Städte in andere Dimensionen abknicken, sich ineinander verschachteln und so zu einem unübersichtlichen Gewirr werden, in dem es kein Oben und Unten mehr gibt. Diese Szenen machen "Doctor Strange" zu einem der wenigen Filme, bei denen sich die 3D-Technik tatsächlich lohnt.

Damit ist "Doctor Strange" sehr sehenswert und als Charakter dank seiner exzentrischen und egozentrischen Art einer der interessanteren unter den Avengers. Es wird spannend zu sehen, wie Doctor Strange mit den anderen Helden interagiert und wie die Zauberei als neue Facette in das Universum passt. In der Mid-Credit-Scene wird schon angedeutet, dass wir den neuen Helden bereits im kommenden Thor-Solofilm zu sehen bekommen werden. Und wer ganz genau hinschaut und hört, der bekommt auch einen Anhaltspunkt dafür, dass Strange im kommenden Avengers-Film "Infinity War" einen Part haben wird.

Von Stephan Voigt

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