2007, vor zehn Jahren, kam der erste große Transformers-Realfilm ins Kino und wurde ein Hit. Nun gibt es bereits den fünften Teil im Kino zu sehen und eines bleibt festzuhalten: Das Franchise erlebt seinen Anfang vom Ende.

Seit den Geschehnissen in Teil vier gibt es Krieg zwischen den Menschen und den Transformers. Mark Wahlberg ist erneut als Cade Yeager zu sehen, Nicola Peltz ist als dessen Tochter allerdings nicht mehr im Cast vorgesehen. In der sowieso schon dünnen Handlung wird das lückenhaft-unlogisch damit erklärt, dass Cade seine Tochter nicht mehr sieht, um diese zu schützen. Er hilft nämlich den Transformers, auf der Erde bleiben zu können und sich gegen die Menschen zur Wehr zu setzen. Aber die männlichen Kinogänger sollen natürlich nicht zu kurz kommen und neben vielen Explosionen und tollen Autos auch schöne Frauen zu sehen bekommen. Daher wurde für die junge Zielgruppe die mittlerweile 16-jährige Isabela Moner gecastet, die das Waisenkind Izabella spielt, das sich allein durchschlägt und ebenfalls ein Freund der Autobots ist. Für die ältere Zielgruppe soll Laura Haddock, die bereits in "Guardians of the Galaxy" als Peter Quills Mutter kurz zu sehen war, Schauwerte bieten.

Wie die Drei zusammentreffen und was sie verbindet, könnte man mit einigen Worten erklären - es ist aber egal. Die Handlung ist ähnlich an den Haaren herbeigezogen wie bei den Vorgängerfilmen, allerdings ist sie jetzt noch abstruser, da Regisseur Michael Bay nun den Brückenschlag von der Jetztzeit zur Arthus-Sage wagt. Schon damals waren nämlich Transformers auf der Erde und daher gibt es ein mächtiges Artefakt, das den Krieg zwischen Transformers und Menschen entscheiden kann. Und nach diesem Artefakt jagen nun sowohl die Menschen, als auch die guten Autobots und die bösen Decepticons.

Während dieser Jagd, die szenenweise ein wenig an Indiana Jones erinnert, kommt es im Minutentakt zu Kämpfen und Explosionen. Die Handlung dient dabei als Feigenblatt, um von einer Schlacht zur nächsten zu führen. Vergleicht man also diesen fünften Transformers-Film mit dem ersten, der zu einem relativ großen Teil auch von den Hauptdarstellern Megan Fox und Shia LeBeouf getragen wurde, bei denen die Chemie stimmte und die für einige gute Szenen sorgten, ist nun auf Seiten der menschlichen Darsteller alles egal: Mark Wahlberg als Hauptdarsteller? Austauschbar! Isabela Moner und Laura Haddock als weibliche Eckpfeiler? Hübsch, aber ebenso austauschbar. Und Anthony Hopkins als Nebendarsteller? Der Hannibal-Lector-Darsteller in grandiosen Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" kann einem hier nur Leid tun. Permanent drängt sich die Frage auf, was einen solch exzellenten Mimen, der niemandem mehr irgendwas beweisen muss, in einen solch überflüssigen Film verschlägt.

Aber gut, selbst bei "Transformers 5 - The Last Knight" ist nicht alles schlecht. Man kann Regisseur Michael Bay viel vorwerfen, eines aber nicht: Der Mann versteht es, mit großem Budget Actionkino abzuliefern. Bombast bei Explosionen, Materialschlachten und Special Effects sind genau sein Ding. Und genau das bietet "Transformers 5": Action, Action, Action. Wer den Kopf einmal ausschalten, sich zwei Stunden lang berieseln lassen und an nichts denken möchte, der ist hier genau richtig. Aber: Action, Spaß und Explosionen bieten andere Filme auch - und das im Zweifel mit mehr Seele und Kreativität. Das Transformers-Franchise schafft sich aber mit diesem fünften Teil langsam selbst ab. Zu offensichtlich ist mittlerweile, dass die Macher, von den finanziellen Erfolgen der Vorgänger berauscht, nur noch die frühere Erfolgsformel kopieren und nichts Neues mehr liefern wollen oder - noch schlimmer - können. Da klingt es fast schon wie eine Drohung, dass "Transformers 5 - The Last Knight" der Auftakt zu einem ganzen Filmuniversum, ähnlich dem von Marvel, sein soll. Beruhigend hingegen ist, dass die Kinogänger scheinbar mehr Innovation wollen und hoffentlich endlich genug haben von Hollywoods Wahn, nur noch Fortsetzungen herauszubringen. "Transformers 5" legte nämlich den schwächsten Start des gesamten Franchises hin - zu Recht.

Von Stephan Voigt

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