"Star Trek: Beyond" markiert mittlerweile den dritten Teil der neueren Raumschiff-Enterprise-Filme um die Crew des jungen James T. Kirk. Das Reboot wurde 2009 begonnen und 2013 fortgesetzt. Nach nun sieben Jahren muss man sagen: Die Luft ist schon ein wenig raus. Und das liegt nicht nur an den unendlichen Weiten des Weltalls.

Dabei hat die neue Star-Trek-Crew alles, was es für einen guten Science-Fiction- und Action-Abend braucht: junge, gutaussehende Darsteller, die obendrein noch alle samt sympatisch sind, Witz und viel Action. Chris Pine als Captain Kirk, Zachary Quinto als Spock, Karl Urban als Schiffsarzt "Pille" und Zoe Saldana als Lieutenant Uhura machen ihre Sache ebenso gut wie Simon Pegg, der als Scotty vor der Kamera stand und zudem auch am Drehbuch mitwirkte und der kurz vor der Filmpremiere tragisch verstorbene Anton Yelchin, der als Chekov zu sehen ist. Sie spielen ihre Rollen solide, bringen immer wieder humorvolle Momente mit ein und wissen auch in den zahlreichen Actionszenen zu überzeugen.

Und die haben es tatsächlich in sich. Wenn das Raumschiff Enterprise zu Beginn, nachdem es auf seiner Reise in die unendlichen Weiten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, einen Notruf erhalten hatte, in einem mysteriösen Nebel vom sogenannten Bienenschwarm angegriffen und nahezu komplett zerstört wird, dann sind das Special Effects absolut auf der Höhe der Zeit, die in 3D nochmals bombastischer wirken. Gerade wenn der Zuschauer aber denkt, dass die Handlung nun auch voranschreiten könnte, bekommt der Film den Bogen. Die Enterprise stürzt spektakulär auf einem Planeten ab, die sich in Rettungskapseln in Sicherheit bringende Crew wird von den fremden Angreifern entführt. Während Pille den schwer verletzten Spock versorgen muss, ist Kirk an einer anderen Stelle des Planeten gestrandet und auf der Suche nach seiner Crew. Scotty hingegen macht Bekanntschaft mit einer vor langer Zeit dort gestrandeten Außerirdischen namens Jaylah (Sofia Boutella). Irgendwann finden sich die Crewmitglieder wieder und schmieden gemeinsam einen Plan, wie sie ihre entführten Freunde befreien können.

Das klingt nicht nur unspektakulär, das ist es auch. Und hier setzt die Kritik an "Star Trek: Beyond" an. Die Handlung bietet rein gar nichts Neues und wirkt eher wie eine in die Länge gezogene Serien-Episode und die Charaktere sind eindimensional gezeichnet, auch wenn die sehr kurze Sinnsuche Kirks zu Beginn der Figur soetwas wie Tiefe verleihen soll. Dass der im Hintergrund die Fäden ziehende Schurke Krall vom eigentlich sehr sehenswerten Vielleicht-bald-James-Bond-Darsteller Idris Elba gespielt wird, tut auch nichts zur Sache: Zum einen erkennt man ihn nahezu während des gesamten Filmes wegen der Maske nicht, zum anderen kann er seine Schauspielerischen Qualitäten auch genau deshalb zu keinem Zeitpunkt wirklich in die Waagschale werfen.

Dennoch hat Regisseur Justin Lin, der bereits für mehrere "The Fast and the Furious"-Filme aber auch zwei Episoden der großartigen Krimiserie "True Detective" verantwortlich zeichnete, keinen schlechten Film abgeliefert. "Star Trek: Beyond" ist tempo- und actionreich und damit auch absolut kurzweilig. Dennoch beschleicht einen am Ende das unbefriedigende Gefühl, hier nur einen weiteren Aufguss einer Idee geliefert zu bekommen, die 2009 sehr gut funktioniert hat: die Enterprise-Crew verjüngen und mit modernen Filmen viel Geld verdienen. Kurzum: Man darf hoffen, dass das Star-Trek-Franchise mit dieser Crew in eine vierte Runde geht, dann muss es aber wieder mehr Innovation und weniger Star-Trek-Standardkost geben.

Von Stephan Voigt

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