Glücklich sind Cindy und Dean nur kurz, das Scheitern ihrer Ehe dauert hingegen lang. Regisseur Derek Cianfrance zeigt in "Blue Valentine" fast episodenhaft, wie aus dem verliebten Paar kühle und abweisende Einzelgänger werden und erreichte damit 2010 seinen Kino-Durchbruch.

Eine alte Dame sucht ihren Sohn, der im Kindesalter gegen den Willen der Mutter zur Adoption freigegeben wurde - das Leben von Philomena, der Titelheldin in Stephen Frears Film, ist dramatisch, traurig, herzzerreißend. Dennoch findet der Regisseur in diesem großartigen Arthouse-Film immer wieder auch komische Momente.

Fesselnd auf gleich ganz vielen Ebenen ist das Drama "Her" von Regisseur Spike Jonze. Es spielt in einer nahen Zukunft, die dank moderner Technik viele schöne Bequemlichkeiten bereithält, gleichzeitig aber auch eine schreckliche Kehrseite offenbart. Zentral bei "Her" ist aber die Frage danach, was einen Mensch zum Mensch macht.

Das Leben ist schön. Sterben ist scheiße. Zwei simple Sätze, zwei simple Wahrheiten und dennoch lohnt es sich, einen Film zu sehen, der genau diese beiden zentralen Botschaften hat. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eine im wahrsten Sinne tottraurige Teenager-Romanze, die aber auch bei Erwachsenen lange nachwirkt.

Jeder Mensch hat Geheimnisse, jede Familie hat Dinge, über die nicht gesprochen wird. Bei den Westons, die irgendwo im Nirgendwo von Oklahoma leben, ändert sich das, als das Familienoberhaupt stirbt und die Töchter wieder in die Heimat kommen. Alte Wunden werden aufgerissen, Geheimnisse preisgegeben - auf ebenso traurige, wie humorvolle Art. Genau das ist das Erfolgsrezept von "Im August in Osage County".

Ein Segelboot, die unendliche Weite des Meeres, einen herrenlos umher schwimmenden Frachtcontainer - und Robert Redford. Mehr braucht es nicht, um einen grandiosen, spannenden und mitreißenden Film zu machen. "All is lost" legt die Messlatte für das Kinojahr schon Anfang Januar ganz hoch.