Als Instagram mit Stories im Sommer einen lupenreinen Snapchat-Klon ins Leben rief, war ich skeptisch. Warum sich das geändert hat und ich mittlerweile beide Story-Funktionen - bei Instagram und Snapchat - nutze...

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, hier diesen Text zu schreiben. Warum ich es gerade jetzt tue? Auslöser ist der Beitrag "Warum Instagram Stories der Marketing-Fail des Jahres sind" von Björn Wenzel bei Horizont. Der Text ist lesenswert, interessant...aber ich bin anderer Meinung. 

Die Stories hätten "nichts mit der eigentlichen Nutzung und dem Charakter von Instagram gemein", kritisiert Wenzel, der sich selbst Instagram-Fan nennt (da haben wir etwas gemeinsam). Recht möchte ich ihm nur teilweise geben. Es stimmt natürlich, dass die Facebook-Tochter von hochwertigen Bildern geprägt ist, für die die User viel Mühe aufbringen. Vom Wesen her ist Instagram aber eine Foto-Plattform, die mehr und mehr um den Aspekt Video ergänzt wird, wie der Livestream-Vorstoß beweist (mein Blog-Beitrag dazu: Instagram wird zum Alleskönner). Instagram soll also vor allem eines sein: Ort für visuelles Erleben.

Dazu gehören für mich auch die Aufnahmen, die ich besonders schön finde und die ich in meinem Profil dauerhaft behalten möchte. Soweit stimme ich mit Wenzel vollkommen überein. Aber ich - und zahlreiche andere User auch - nutze die Story-Funktion, um immer mal wieder Schnappschüsse zu posten, die beschreiben was ich gerade tue und wo ich bin. Die Art der Integration der Stories innerhalb der App ist auch so - ich finde gut - angelegt, dass sie eben nicht, wie Wenzel meint, störend und gleich eines Fremdkörpers wirken. Stories ist also für mich also eine (sinnvolle) Ergänzung für Instagram.

Obwohl Instagram mit seinen Stories natürlich Snapchat plump kopiert hat, nutze ich persönlich beide Dienste übrigens anders. Bei Instagram poste ich, wie beschrieben, mehr oder weniger zusammenhanglos einige kurze Schnappschüsse, um zu zeigen, wo ich gerade bin, was ich mache. Snapchat hingegen nutze ich vielmehr, um tatsächlich zusammenhängend Geschichten zu erzählen beziehungsweise die Follower an meinem Alltag teilhaben zu lassen. Snapchat nutze ich also, wohl auch wegen dem Mehr an Möglichkeiten durch Linsen, Geofilter & Co, spielerischer. Insofern sind für mich die Stories von Instagram nicht nur eine gute weitere Option der bisherigen App-Funktionen, sondern auch noch eine gute Ergänzung zu Snapchats Stories. 

Nun betreibe ich weder Marketing noch bin ich Influencer. Aber ist beim Marketing nicht immer die Rede davon, dass Nähe zum Kunden wichtig sei? Und genau diese Nähe können auch Brands, die, wie Wenzel sagt, auf Instagram in ihren Profilen Hochglanzbilder posten, mit den Stories herstellen. Sie können beispielsweise Behind-the-Scenes-Material veröffentlichen und den Followern so für 24 Stunden exklusive Einblicke gewähren. Und dabei können sie, wie in vielen Artikeln positiv hervorgehoben wird, auf die bereits bestehende Reichweite bei Instagram zurückgreifen.

Fazit

Ich persönlich bin also positiv überrascht von den Stories bei Instagram. Ebenso überrascht bin ich von mir, dass ich Sie nutze und dabei auch andere Wege gehe, als bei der eigentlich identischen Funktion bei Snapchat. 

Meine sozialen Profile

Wo ich überall im Social Web zu finden bin, steht übrigens hier: Social Networks. Dort ist auch der Link zu meinem Instagram-Profil zu finden.

 

Kommentare   

+1 # Bjoern Wenzel 2016-12-05 13:37
Hallo Stephan,
ich finde Deine Meinung spannend. Mein Kommentar hat ein Redakteur auch aufgeschrieben ;) ... Im Grunde wollte ich die Sinnhaftigkeit für "professionelle" Influencer oder Firmen in Frage stellen. Das private User daran spass haben können steht ausser Frage. ;)
Viele Grüße
Bjoern
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